Zeitstrahl
Geschichte – historische Ereignisse im chronologischen Überblick.
Jahrhundert:
Zeitraum: 1700–1992
1700
bei der Verarbeitung von Eisenerz geht man in England von Holzkohle zu Koks über
1760
die Agrarrevolution in England schafft wichtige Voraussetzungen für die Industrialisierung; sie ist gleichzeitig eine zentrale Begleiterscheinung der Industrialisierung
1763–1784
die Dampfmaschinentechnik wird entscheidend verbessert
1767
die erste industrielle Spinnmaschine ("Spinning Jenny") wird erfunden
1770
in England beginnt die Industrielle Revolution
1776
das Buch von Adam Smith über "The Wealth of Nations" ("Der Wohlstand der Nationen") erscheint
1785
der mechanische Webstuhl wird erfunden
1789
die französische Revolution beschleunigt den Übergang von der adligen Privilegien- zur bürgerlichen Klassengesellschaft und von einer agrarisch - frühkapitalistischen zur kapitalistisch - industriellen Wirtschaft
1804
das bürgerliche Gesetzbuch in Frankreich (=Code Napoleon) sichert die bürgerlichen Freiheiten der Französischen Revolution
1806
die preußisch - rheinbündischen Reformen leiten in Deutschland einen tiefgreifenden Wandel ein, der zur Verbürgerlichung wie zur Entfesselung der modernen Wirtschaftsgesellschaft führt (Code Napoleon in den Rheinbundstaaten; Reformgesetze in Preußen, z.B. Rechtsgleichheit, Bauernbefreiung, Gewerbefreiheit)
1806
nach der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches gründen die deutschen Staaten im Süden und Westen den Rheinbund; gegen die napoleonische Herrschaft formiert sich die deutsche Nationalbewegung
1807
Preußen beginnt mit tiefgreifenden Reformen, die Wirtschaft und Gesellschaft liberalisieren und eine "Revolution von oben" bedeuten
1813–1815
mit den Befreiungskriegen in Deutschland endet die Herrschaft Napoleons in Europa
1814–1815
der Wiener Kongress beschließt die Gründung des Deutschen Bundes und leitet die Restauration der vorrevolutionären Herrschaftssysteme ein
1815–1848
Biedermeier = Selbstzufriedenheit und bescheidener Wohlstand beim Großbürgertum
1817
Wartburgfest
1818–1819
Baden und Württemberg geben sich frühkonstitutionelle Verfassungen
1819
die Karlsbader Beschlüsse unterdrücken die nationale und liberale Bewegung
1830
die Julirevolution in Frankreich gibt der nationalliberalen Bewegung Auftrieb (1830-1848, "Vormärz")
1832
die Großdemonstration auf em Hambacher Fest setzt sich für liberale, nationale und demokratische Ziele ein
1834
der Deutsche Zollverein wird unter preußischer Führung gegründet und schafft die Voraussetzungen für die Entstehung eines Binnenmarktes in Deutschland
1837
in England konstituiert sich die Chartistenbewegung; sie war die erste politische Arbeiterbewegung
1840
in Deutschland beginnt die Industrielle Revolution
1844–1844
Schlesischer Weberaufstand
1847–1848
das "Kommunistische Manifest" von Karl Marx und Friedrich Engels erscheint
1848–1849
die große europäische Revolutionswelle beendet die Zeit "bürgerlicher Revolutionen"
"Kooperation mit dem Staat" heißt nun die Reformstrategie des europäischen Bürgertums; in Deutschland scheitert eine liberal - demokratische Nationalstaatsgründung
"Kooperation mit dem Staat" heißt nun die Reformstrategie des europäischen Bürgertums; in Deutschland scheitert eine liberal - demokratische Nationalstaatsgründung
1855–1856
der Engländer Henry Bessemer entwickelt ein Verfahren zur Massenerzeugung von Stahl
1866
der Krieg zwischen Preußen und Österreich um Schleswig und Holstein besiegelt das Ende des Deutschen Bundes und führt zur Gründung des Norddeutschen Bundes unter Preußens Führung
1867
Norddeutscher Bund
1869
die "Sozialdemokratische Arbeiterpartei" wird von August Bebel und Wilhelm Liebknecht in Deutschland gegründet
1869–1870
in Deutschland entsteht der erste gewerkschaftliche Zentralverband
1870
die Nutzung des Erdöls als Energieträger beginnt
1870–1871
im Deutsch-Französischen Krieg siegt Deutschland
1870
in Deutschland bilden sich der moderne Antisemitismus und ein rechtskonservativer Reichsnationalismus heraus
1871
das Deutsche Reich, der erste deutsche Nationalstaat, wird gegründet; es war ein autoritärer Obrigkeits- und Machtstaat
1871–1880
im Kulturkampf bekämpft Bismarck den staatlichen Einfluss der katholischen Kirche
1873–1895
die "Große Depression" markiert die erste moderne wirtschaftliche Krise
1875
die deutschen Arbeiterparteien vereinigen sich zur "Sozialistischen Arbeiterpartei" (ab 1891: SPD)
1878–1890
mit dem Sozialistengesetz bekämpft Bismarck die Sozialdemokratie
1882
Gründung des Dreibundes
1883–1889
mit seiner Sozialgesetzgebung will Bismarck die Arbeiter integrieren
1890
mit dem Durchbruch der industriellen Nutzung der Elektrizität als Energiequelle beginnt die "zweite" Industrielle Revolution
1890
mit seiner Weltmachtpolitik beginnt Wilhelm II. (1888-1918) eine impulsive, imperiale Machtpolitik
1904
Entente Cordiale = Abkommen zwischen Frankreich und Großbritannien
1912
1. Balkankrieg
1913
Henry Ford führt in den USA das Fließband zur Massenproduktion von Autos ein
1914–1918
der Erste Weltkrieg trägt Züge eines totalen Krieges und endet für das Deutsche Reich mit einer Niederlage (1915: 1. Giftgaseinsatz)
1914
Attentat in Sarajewo = Ermordung des österreichischen Thronfolgers → Anlass zum 1. Weltkrieg
1917
Februarrevolution
1917
mit der Oktoberrevolution in Russland beginnt der Versuch einer planwirtschaftlichen Industrialisierung (Arbeiter- und Soldatenräte ergreifen die Macht unter Lenin)
1918
mit der Novemberrevolution wird die Monarchie abgeschafft, Deutschland wird Republik und unterzeichnet den Waffenstillstand in Compiègne
1918
Abdankung des deutschen Kaiseres Wilhelm II.
1919
die Revolutionäre Kommunistische Arbeiterpartei, die spätere KPD, und die Deutsche Arbeiterpartei (DAP), die 1920 in NSDAP umbenannt wird, werden gegründet
1919
die Wahlen zur Nationalversammlung enden mit einer Dreiviertelmehrheit der Parteien, die eine repräsentative Demokratie anstreben (SPD, DDP, Zentrum = "Weimarer Koalition") → Gründung der Weimarer Republik
1919
der Versailler Vertrag wird unterschrieben
1919
die Weimarer Reichsverfassung wird verabschiedet
1919
der Spartakusaufstand wird Niedergeschlagen
1919
Versailler Vertrag = Deutschland zahlt Reparationen, Gebietsverluste, alleinige Kriegsschuld, Demokratisierung, Denazifizierung, Demilitarisierung, Dezentralisierung, Demontage
1919–1933
Weimarer Republik existiert
1920
der Kapp-Putsch scheitert aufgrund eines Generlstreiks der Gewerkschaften; kommunistische Aufstände in Thüringen, Sachsen und im Ruhrgebiet scheitern
1922
der Vertrag von Rapalio zwischen dem Deutschen Reich und Sowjetrussland wird abgeschlossen
1923
die Besetzung des Ruhrgebietes durch Frankreich und Belgien markiert den Höhepunkt der politischen und wirtschaftlichen Krisenjahre 1919-1923; Deutschland reagiert mit passivem Widerstand
1923
in München scheitert der Hitler-Putsch
1923
Krisenjahr (Ruhrkrise, Inflation, Hitler-Putsch)
1924–1929
die Jahre gelten als Phase der "relativen Stabilisierung" der Weimarer Republik
1924
der Dawesplan legt die Höhe und Laufzeit der Reparationen fest
1924
"Goldene Zwanziger" = neues Geld, Wohlstand
1925
Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg wird zum Reichspräsidenten gewählt
1925
die Alliierten räumen das Ruhrgebiet
1925
mit dem Vertrag von Locarno endet die deutsche Isolation in der internationalen Politik
1926
Deutschland wird in den Völkerbund aufgenommen
1927
das Gesetz zur Arbeitslosenversicherung wird verabschiedet
1928
der Briand - Kellogg - Pakt zur Kriegsächtung wird verabschiedet
1929–1933
mit dem Börsenkrach in New York beginnt die Weltwirtschaftskrise → die Zeit der Wirtschaftskonjuktur und des europäischen Freihandels geht zu Ende
1929
der Youngplan regelt die Reparationen neu
1930
die Große Koalition unter SPD-Kanzler Hermann Müller scheitert an der Frage einer Beitragserhöhung zur Arbeitslosenversicherung
1930–1933
Präsidialkabinette unter Heinrich Brüning, Franz von Papen und General Kurt Schleicher regieren
1930
die Alliierten räumen das Rheinland
1930
die NSDAP wird bei der Reichstagswahl zweitstärkste Partei
1932
Hindenburg wird erneut zum Reichspräsidenten gewählt
1932
die Konferenz von Lausanne beschlieeßt das Ende der Reparationen
1932
die NSDAP wird stärkste Partei bei der Reichstagswahl im Juli, erleidet bei der Wahl im November Stimmverluste
1933
Hitler wird zum Reichskanzler ernannt
1933–1945
Hitlerdiktatur
1933
Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund
1935
Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in Deutschland (300 000 Mann)
1936
Besetzung der entmilitarisierten Zone im Rheinland
1938
Annektierung (=Besetzung) von Österreich
1939
Überfall auf den Radiosender Gleiwitz = Anlass für den 2. Weltkrieg
1939–1945
2. Weltkrieg
1939
Besetzung Polens
1940
Besetzung Frankreichs
1941
Angriff auf die Sowjetunion (SU) → "Operation Barbarossa"
1942–1943
Stalingrad = Wende des 2. Weltkrieges
1944
"D-Day" = Landung der Alliierten in Frankreich
1945
Selbstmord Hitlers und Eva Brauns
1945–1945
erste Atombombenabwürfe in Japan → Beendigung des Krieges zwischen USA und Japan
1945
Potsdamer Konferenz
1945
Berlin wird von zwei Seiten eingekesselt, von Westen: die Allierten, von Osten: die "Rote Armee"
1946
Gründung SED
1947–1992
Kalter Krieg
1947
Marshall-Plan
1948
Währungsreform
1948–1949
Berlin Blockade
1949
Gründung BRD
1949
Gründung DDR
1950–1953
1957–1975
1962
1968
Atomwaffensperrvertrag
1969
SALT ("Strategic Arms Limitation Talks") - Verhandlungen
1975
KSZE ("Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa")
1979
Einmarsch sowjetischer Truppen in Afghanistan
1985
Gorbatschow wird sowjetischer Präsident
1987
INF-Vertrag → Verschrottung aller Mittelstreckenraketen
1987–1988
Treffen von Reagan und Gorbatschow
1988
UNO Erklärung → Ostblockstaaten können sich lösen
1989
Abzug sowjetischer Truppen aus Afghanistan
1989
Mauerfall in Berlin
1990
Wiedervereinigung von BRD und DDR